Kriegsgedanken

15/07/2009

Bevor im Fett ich siedete
in meiner Jugend schmiedete
ich Pläne, groß und voller Drang
nach Siegesmut und Heldensang
die Welt im Sturm zu zähmen

stand aufrecht ich und selbstbewusst
auf meinem Feld mit stolzer Brust
sah vor mir schon im Siegeszug
mich selbst im Rausch der Kampfesglut
bald meinen Thron mir nehmen

da griff nach mir
in seiner Gier
der Landwirt, und danach
sah er mich an und sprach

hast schöne Pläne dir gemacht
doch hast du eines nicht bedacht
du bist nur ‘ne Kartoffel
und jetzt halt’s Maul und komm mit

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Kuhgedanken

19/06/2009

Den Rasen grasend, lief die Kuh, rasend auf den Riesen zu
der weiße, weise Waisen auf seinen Reisen zu verspeisen gedachte
dachte die Kuh
und machte “Muh!”

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unfertig

8/05/2009

Ich bin umgeben von nichts Ganzem
von keinerlei perfektem Ding
alles unrein, schal und brüchig
weil wir’s nie zu Ende bringen!

Doch nach Perfektion zu streben
- ist das nicht leben?
Wenn wir es erreichen, was denn dann?
beginnts von vorn wo es hat angefang?

Soll doch Luzifer mich holen!
ich werd es in Erfahrung bring!
ich werd die Perfektion erleben
ICH werde das perfekte Ding!

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Ibrahim auf dem Bazar

6/05/2009

Geht Ibrahim auf den Bazar
zu suchen neue Fatima.
Sieht er schon den Händler da.
Doch die Ware ist heut rar…

Sagt Ibrahim zur Fatima:
Außer dir ist keine da.
Du bist 10 Kamele wert,
oder ein schneeweißes Pferd.

Sagt Fatima zu Ibrahim:
Für dich ich ewig Jungfrau bin.
Kamel ist stark und Pferd ist gut,
doch mich zu kaufen, das war klug.

Sagt Ibrahim zur Fatima:
Bist schöner als mein Dromedar.
Drum bist für den Harem da,
Ich zahl mit 10 Kamelen bar

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Mitternacht

5/05/2009

Mitternacht hats grad’ geschlagen
Und mein Geist so schmerzbeladen
Wütend auf die alte Uhr
Deren kaltes, festes Klagen
Um die Stund’ mir anzusagen
Ohne nach Pardon zu fragen
Eben durchs Gebein mir fuhr

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Ein Raum voller Zeitalter…

4/05/2009

…und ein ungehörter Knall.

Stille! Stille ist ungeborene Musik und geistige Homöopatie. Und heute war sie besonders laut. Die Stille brüllte! Zwiegesicht erschrak.

>Niemand hier!<, dachte es. >Allein!<, dachte es. >Allein, allein, allein, allein. Von heut’ an darf allein ich sein. Erst eben war ich viele noch, wir alle waren hier. Doch heute ist die Welt ganz mein. Alsbald schon, werde ich allein und stets allein gewesen sein. Allein, allein, allein mit mir.<, dachte es.

Zwiegesicht zerbarst freudig und riss ein Loch ins Nichts. Alles wurde zerstört. – Und das Universum war geboren.

Und zum allerersten Mal schwieg die Stille.

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