Welch Fund!
3/08/2009In der vergangenen Woche steiß ich bei den Ausgrabungsarbeiten in meinem Garten auf einen weiteren interessanten Fund. Nachdem ich die Arbeiten für den Tag eigentlich schon als erfolglos eingestellt hatte und gerade den Schutt beseitigen wollte, entdeckte ich sie zwischen einem Haufen nutzloser Steine. Ein wunderbares Exemplar einer Solanum tuberosum fossilis! Eine uralte, versteinerte Kartoffel!
Der Maserung nach zu urteilen, war das Fossil eindeutig der Zeit der ersten Bauernkriege zuzuordnen. Ich freute mich wie ein Kind über diesen Fund, doch es sollte tatsächlich alles noch viel besser kommen.
Nachdem ich das Petrefakt gereinigt hatte, wollte ich es zu den anderen versteinerten Kartoffeln ins Regal stellen. Doch dabei fiel mir eine kleine ovale Verfärbung an der Unterseite auf, die ich näher untersuchte. Und siehe da; was ich zunächst für einen markanten Teil der natürlichen Maserung hielt, entpuppte sich in der Spektralanalyse als eine frühe Form der Tinte! Ich hatte also nicht nur ein Fossil gefunden, sondern ein waschechtes Artefakt!
Doch worum handelte es sich bei diesem Klecks, der entfernt an einen stilisierten Sonnenaufgang erinnerte? Tagelang grübelte ich darüber nach, bis es mir beim Einschalten meines Radios plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel. Es war eine Note! Eine einzelne Viertelnote, um genau zu sein. Sicherlich ein Bestandteil eines alten Volksliedes.
Leider fehlten natürlich große Teile des Werkes, doch ich konnte die Note logisch extrapolieren, und so gelang es mir schließlich, die Lücken zu füllen und das gesamte Lied zu rekonstruieren.
Es handelt sich dabei tatsächlich um eine alte Volksweise, die damals von den Kartoffelbauern anlässlich des einwöchigen Maischefestes gesungen wurde, bei dem die Bauern ihre Trunkenheit feierten.
Schnell lief ich auf den Dachboden und kramte den Kassettenrekorder und meine alte Maultrommel hervor, denn ich wollte dieses verschollene Werk natürlich sofort mit der ganzen Welt teilen.
Leider ist der Text des Liedes in einem weithin vergessenen Dialekt verfasst, doch es ist mir gelungen, die einzelnen Passagen sinngemäß zu übersetzen.
Hier das Resultat:
Wo: Erzählt • Was: Gesungenes
Marius Nova
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